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Andreas Ernst

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Krisenmanagement und Führung

Leadership in der Krise

Führung ist für ein Unternehmen, welches sich in unsicheren, schnelllebigen Zeiten befindet, zweifellos keine einfache Sache. Was genau macht Führung in der Unsicherheit so schwierig und warum ist dieses Thema so wichtig?

Neben dem technologischen Wandel, der Automatisierung und Digitalisierung ist eine Krise, die hinterrücks und unerwartet eintrifft, eine ausserordentliche Situation. Die damit einhergehenden Faktoren wie eine zusammenbrechende Nachfrage, ein geändertes Kundenverhalten oder komplett neue Rahmenbedingungen stellen die Unternehmensführung vor grosse Herausforderungen. Jetzt zeigt sich, wie gut die Führungskräfte auf solche Situationen vorbereitet sind und wie sie mit diesem enormen Druck umgehen.

In diesem Kontext geht es nun darum, die Unternehmensführung so gut darauf einzustellen und zu unterstützen, dass sich der Fokus zuerst – aber nicht nur – auf die Krisenbewältigung legen lässt. Eine erfolgreiche Meisterung einer Krise benötigt die volle Aufmerksamkeit der Führung und einen Grossteil der Ressourcen. Gleichwohl ist der strategische Aspekt nicht zu vernachlässigen – wie soll es nach der Krise weitergehen? Wie können wir die Krise nutzen, um gestärkt den nächsten Schritt zu gehen? Was lernen wir aus der Situation und welche Erfahrungen sind entscheidend, um allenfalls Vorteile zu gewinnen?

Ein robustes und wirksames Führungssystem, welches dem Management hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist sicher ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das gute Überstehen einer Krise. Dabei sind – neben den Instrumenten – auch das Wissen, die Erfahrung und die Ausbildung der Führungspersonen und der Mitarbeitenden wichtig. Grundsätzlich sollten folgende Fragen beantwortet werden können:

  • An welchen Parametern soll ich mich für die Krisenbewältigung orientieren?
  • Welche Ziele will ich nach der Krise mit einer neuen Strategie erreichen? Kann ich mir das leisten?
  • Welchen Ressourcen sind für die Krisenbewältigung und die Strategieumsetzung nach der Krise relevant? Hinweis: dies kann auch einen Zielkonflikt beinhalten.
  • Welche minimale Leistungsfähigkeit muss ich bewahren, um später weiterhin produktiv, innovativ und zukunftsfähig zu sein?
  • Welche Entscheidungsgrundlagen habe ich für die Krisenbewältigung und die spätere strategische Ausrichtung, und wie werden diese beurteilt und quantifiziert?

Das bedeutet, dass das Management die Werkzeuge und Methoden beherrschen sollte, die es zum Ziel führen. Erstaunlicherweise haben diese Instrumente oft wenig mit dem zu tun, was man landläufig unter guter Unternehmensführung versteht. Spätestens bei der Feststellung „uns geht die Liquidität aus“, oder „wir haben zu wenig Umsatz, um nach der Krise die Strategie und die Innovation auch noch zu bezahlen“ ist klar: es fehlt nicht nur ein wirksames Führungssystem, sondern auch die geeigneten personellen Ressourcen, besonders in Form von Wissen und Erfahrung, welches die Basis einer jeden zuverlässigen Unternehmenssteuerung ist.

Firmen in kritischen Phasen und grossen Veränderungen sollen sich Gedanken darüber machen, wie sie ihre Überlebensfähigkeit so sichern, dass sie nach der Krise auch in der Lage sind, ihre Strategien kraftvoll umsetzen zu können. Jedes Unternehmen hat innovative Werte, mit deren Entwicklung und Nutzung es am Markt erfolgreich agiert. Diese müssen in der Krisenbewältigung unbedingt bewahrt werden. Und jede Firma braucht geeignete Führungskräfte und passende Persönlichkeiten, welche die Realisierung der Ziele auch nach der kritischen Phase ermöglichen. Sich dessen bewusst zu sein und diese Zusammenhänge zu verstehen, ist der erste Schritt im richtigen Umgang mit einer Krise.

Nur die richtige Kombination von Methoden, Instrumenten und Tools mit Erfahrung, Wissen und einer guten Unternehmenskultur sorgt für eine sichere Steuerung durch die Krise und ein erstarktes Durchstarten nach den Unzeiten.

Die Herausforderung einer Bewältigung von Krisen ist schon komplex genug. Gerade deshalb ist es wichtig, frühzeitig an der Strategie und deren Umsetzung für das «Leben nach der Krise» zu arbeiten und sich somit für das Handeln in der Krise entsprechend leiten zu lassen.
Ein erfolgreiches Krisenmanagement ist daher von folgenden Faktoren geprägt:

  • Wirksame, aktive und situationsgerechte Führung, verbunden mit strategischem Planen und Handeln
  • Die langfristige Perspektive: was wollen wir nach der Krise erreichen
  • Das Lernen in und aus der Krise, was nehmen wir «Positives» mit für die Zukunft, welche Chancen eröffnen sich uns
  • Erfolgreiche, resiliente Führungspersönlichkeiten, die es auf jeder Stufe braucht, um die «Schönwetterkapitäne» zu unterstützen
  • Eine stabile, belastbare Unternehmenskultur mit Orientierung, Wertschätzung und Transparenz, vor allem für die Mitarbeitenden im Maschinenraum
  • Passende Führungsmethoden und -instrumente zur zielgerichteten Unterstützung vor, in und nach der Krise

Fazit: Bereits vor und während der Krise ist es enorm wichtig, den Umgang mit der Zukunft nach der Krise in die Überlegung miteinzubeziehen und sich auf eine wirksame und machbare Strategie zu fokussieren.

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