Direktor von Meteoschweiz

Peter Binder

Interview

5 Fragen an den CEO

Es kann nicht genug erklärt werden.

Erfolgreiche Führungsverantwortliche nehmen sich immer wieder mal die Zeit, ihre Führungserfahrungen zu reflektieren. Peter Binder verrät, wieso MeteoSchweiz als Bundesbetrieb so erfolgreich ist.

Walter Blum: Herr Binder, MeteoSchweiz ist als nationaler Wetterdienst Ansprechpartnerin erster Wahl. Warum ist das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie so erfolgreich? Peter Binder: Qualität und Zuverlässigkeit sind die Ansprüche, die wir an unsere Arbeit stellen. Qualität bedeutet, dass wir unsere Produkte und Dienstleistungen mit wissenschaftlicher Redlichkeit erarbeiten und dass wir mit Instrumenten und Methoden arbeiten, die naturwissenschaftlich und technologisch auf dem neuesten Stand sind. Auf gewissen Gebieten sind wir tatsächlich Weltklasse. Zuverlässigkeit heisst, dass wir «allwettertauglich» und «sturmerprobt» sind. Wir wollen unsere Aufgaben als verantwortliche Fachstelle des Bundes jederzeit wahrnehmen können.

Bei Ihnen sind ausgezeichnete und engagierte Fachspezialisten gefragt. Wie führen Sie ein Unternehmen mit dieser intellektuellen Kapazität? Ich selber habe in meiner Karriere in verschiedenen Fachgebieten der Meteorologie gearbeitet. Es ist mir wichtig, mit den Mitarbeitenden ein Gespräch über ihre Arbeit führen zu können. Es interessiert mich, einen Eindruck von ihren Aufgaben zu bekommen. Meine Aufgabe und diejenige meiner Kaderleute ist es, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für alle Fachleute zu schaffen. Dabei ist es wichtig, dass sie das Interesse für ihre Tätigkeiten auf jeder Stufe spüren.

Was war für Sie, als Direktor von MeteoSchweiz, bis heute die anspruchsvollste Führungsaufgabe, die Sie lösen mussten? Ich habe die Stelle als Direktor in einer Zeit des Umbruchs angetreten. Damals waren verschiedene grössere Veränderungen bei MeteoSchweiz bereits losgetreten, teilweise abgeschlossen, in vollem Gange oder auch noch bevorstehend. Diese Veränderungen betrafen sowohl Fragen der Ausrichtung und des Selbstverständnisses als auch der Organisation und der betrieblichen Rahmenbedingungen. Dazu kam der Umzug des Hauptsitzes aus der Stadt Zürich an den Flughafen. Das hat viele Mitarbeitende verunsichert. Die Veränderungen haben Ängste und Widerstände, aber auch überdehnte Erwartungen hervorgerufen.

Wie sind Sie damit umgegangen? Es hat sich als wichtig erwiesen, klar und wiederholt zu kommunizieren, auch Themen, die uns in der Geschäftsleitung als selbstverständlich erschienen. Ich habe auch versucht, die Anliegen der Mitarbeitenden aufzunehmen und darauf Antworten und Lösungen zu finden. Ebenfalls geschätzt wurde der direkte Kontakt mit mir als Direktor beziehungsweise den Mitgliedern der Geschäftsleitung in diesen Fragen. Es zeigt sich, dass «nicht genug» erklärt und kommuniziert werden kann.

Was unternehmen Sie, dass Ihre Produkte und Dienstleistungen künftig noch gefragter werden? Die Mitarbeit in internationalen Organisationen ist ein unverzichtbarer Teil unserer Tätigkeiten. Wetter und Klima sind nicht von nationalen Grenzen abhängig, und deshalb kann «jeder für sich» kaum etwas erreichen. Ein gefragter Partner sind wir dann, wenn wir kompetent und zuverlässig mitarbeiten. Wir profi tieren dann von den Forschungsresultaten insgesamt, und diese bilden die Basis für die Weiterentwicklung unserer Produkte und Dienstleistungen. Verantwortung zu übernehmen und qualitativ hochstehende Arbeit zu liefern, macht sich bezahlt.

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